Mounted Games ist Leistungssport

“Mounted Games ist Leistungssport!” Oft habe ich diesen Satz schon gehört. Oft auch aus besonders berufenem Mund der U12/U14 Nationaltrainerin Katrin Peters. Peters kennt diesen Reitsport aus dem FF. Sie ist Reitlehrerin mit Trainer C Lizenz. Sie hat auch Erfolge im Dressur- und Springsport vorzuweisen. Sie kann die Sportarten wirklich vergleichen.

“Mounted Games ist Leistungssport!” sage ich als Nichtaktiver. Wer auf ein galloppierendes Pferd aufspringen kann, vom Pferderücken ohne Absteigen etwas vom Boden aufheben kann, der ist kein Zirkusartist, der ist Leistungssportler. In einer Geschwindkeit, die einem Gänsehaut über den Rück jagt, rasten die Teams im A-Finale des Deutschen Mounted Games Championats durch die Arena. Neben der hohen körperlichen Belastung für Pferd und Reiter ist im Wettbewerb Nerverstärke gefordert. Geradezu cool kommen die besten Reiter Deutschlands einem während der Spiele vor. Getragen vom Siegeswillen werden die Spiele mit Dynamik, Teamgeist und Rasanz gespielt. Die Zuschauer erkennen ohne weiteres die hohe reiterliche Klasse: Mounted Games ist auch für Reitsportlaien ein Hingucker. Das Jubeln über den Sieg, das zunehmende Zuschauerinteresse an Mounted Games hat genau damit zu tun.

Es überrascht daher, welche Diskussionen in der Winterpause geführt werden. Von der Abschaffung der Rangliste ist da die Rede. Der Wettbewerb sei Schuld am teilweisen miesen Verhalten gegenüber den Ponys. Die Punktejagd auf den Ranglistenturnieren habe zur Folge, dass die Veranstalter von Nennungen überrannt werden. Kleine Turniere “so wie früher” gebe es gar nicht mehr. Wenn man die Rangliste erst abgeschafft habe, würde man wieder lieb zu den Ponys sein, weil man ja nicht mehr gewinnen muss.

Im Wettbewerb um die Nominierung für die Nationalteams Deutschlands gelten einige Reiter als nicht nominierbar. Sie seien nicht teamfähig genug. Schlimme Sache bei einem Teamreitsport. Aber welche Aufgabe hat eigentlich der Teamchef?

Beide Phänomene gehen in dieselbe Richtung: Weg vom Leistungssport, hin zum Breitensport. “In die Ecke Besen, Besen…” möchte mancher wohl ausrufen, weil sie den Zauber der Spiele nicht mehr beherrschen, oder es nicht verstehen, was wir mit unserem Engagement für diesen Sport losgetreten haben. Mounted Games Deutschland wächst und gedeiht prächtig weil es Leistungssport ist. Weil der Wille zum Sieg dazu gehört. Nutzen wir diesen Schwung nicht aus, werden wir auf halbem Wege stehen bleiben, uns nach allen Seiten umschauen und uns dann fragen warum es mal richtig Spaß gemacht hat. Auch für Zuschauer, die nicht nur zum Zugucken kommen, um ihren Enkel mal auf einem Pony zu sehen, sondern um sich begeistern zu lassen. Ich kennen keinen der die Spiele einmal gesehen hat und nicht begeistert war (abgesehen mal von stocksteifen schwarz-weiß-Reitern).

Die Spiele sind viel zu gut für die Kuschelecke. Mounted Games ist Leistungssport.

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